Selbstführung 3/3 Perspektivwechsel praktisch – Handeln mit Wirkung

Wer meine Worte hört und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist.  Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flut das Land überschwemmt und der Sturm um das Haus tobt, wird es aus allen Fugen geraten und krachend einstürzen.”    (Mtth 7,24-27)

Sand oder Fels? Das ist eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle. Auf was baue ich mein Leben. Hat es Substanz und hält es den Erschütterungen des Alltages stand? Wie kann ich das was ich als richtig erkannt habe tun, so dass es Wirkung entfaltet? Im vergangenen Jahr habe ich in unserer Vineyard im Filstal große Rückschläge einstecken müssen. Menschen aus dem Gründungsteam auf die ich langfristig baute und in die ich investierte, haben sich gegen mich gestellt und dann unsere Gruppe verlassen. Eigentlich habe ich alles (zumindest das meiste) richtig gemacht und dann das! Die ganze Perspektive ist weg … wie geht es jetzt weiter? Sand oder Fels? Da war sie wieder die Frage.

Ich fühlte mehr Sand unter den Füßen, als Fels. Der Dialog mit Jesus war und ist entscheidend, um Schmerzen loszuwerden und Traurigkeit zu verarbeiten. Der Dialog mit meiner Frau war und ist entscheidend. Ihr Verständnis und ihr Blick auf die Dinge hilft mir mich und mein Verhalten gut einzuordnen. Desweiteren wurden mir Elemente der Selbstführung neu wichtig, die meinem Handeln Richtung und schließlich auch wieder Kraft geben.

_ Transformation durch Selbstverstärkung: Anerkenne ich das was richtig ist und setze darauf. Ja ich kann gut mit Menschen und ich werde dies weiter einsetzen, auch wenn ich verletzt wurde. Dies sage ich mir in einer wertschätzenden Weise. Das tut gut. Ich belohne mich mit Dingen Dir mir Energie geben. Gehe Essen mit meiner Frau und in Starbucks mit meinen Mentees. Und ich übe SelbstStopp ein. Wenn mich destruktive Gedanken bedrängen und in bestimmten Situationen hochploppen, wie ‚Marcus, Du bist im Kern doch gar nicht beziehungsfähig – Du instrumentalisierst doch Menschen!‘ oder ‚Dir fehlt es an Reife und an gesunder Identität‘, dann sage ich ‚Stopp!‘ das ist nicht wahr. Diesem Gedanken hänge ich nicht weiter nach. Diese Selbstdialoge sind mir ein wichtiger Helfer geworden und habe entdeckt, dass bereits bei den Wüstenvätern und in den großen mönchischen Traditionen das ‚Einreden‘ eine geistliche Übung ist, die Seele gesunden zu lassen.

_ Umfeld gestalten: Ich habe (meistens) mehr Optionen zu handeln, als ich auf den ersten Blick sehe. Drei Perspektiven kann ich immer durchspielen: Change it, love it or leave it! Also was kann ich in meiner Gründungssituation ändern? Bei längerem Bewegen dieser Frage kommen mir eine Reihe Gedanken. Es fallen mit Menschen ein, die mir Rat und Unterstützung geben können, neue Ideen für die nächsten Schritte. Hm .. OK … love it? … das ist schon schwieriger … was ist daran hilfreich … was erhalte ich, das ich ohne diese Situation nicht erfahren hätte. Das fällt mir das vertiefte Bewusstsein für meine Familie ein, die für mich ein Anker in der Zeit war oder meine neue Begegnung mit Christus in dem Schatten des Erlebnisse und die erneuerte Gewissheit, das ER da ist. Na ja, das ist dann auch schon eine Menge und dann muss ich mich der letzten Perspektive nicht stellen, weil ich durch die ersten zwei ausreichend Luft zum Atmen und Handeln erhalte. Nachstehende T.U.N.-Fragen können auch Dir eine Hilfe sein, Dein Handeln neu auszurichten.

T - Transformation durch Selbstverstärkung
•    Affirmation Wie setze ich dazu den konstruktiven Selbstdialog ein?
•    Belohnung Für welches neue, erwünschte Verhalten will ich mich wie belohnen?
•    SelbstStopp Wie werde ich unerwünschtes Verhalten schwächen oder vermeiden (Stopp-Gedanken)

U - Umfeld gestalten
•    Change It‘ Was kann ich in Bezug auf Aufgaben, Situation oder Beziehungen ändern?
•    Love It! Welche Vorteile kann ich erkennen und wie kann ich mit dieser Situation arrangieren und zum Positiven nutzen?
•    Leave It! Oder wähle ich die Situation zu beenden oder zu verlassen?

N - Navigation durchführen
•    Selbstreflexion Vogelperspektive einnehmen und erwünschtes Verhalten beschreiben
•    Selbstwahrnehmung Was denke, fühle und tue ich gerade und was sind meine Reaktionen?
•    Selbststeuerung Wie kann ich mein Verhalten verändern – welche Optionen habe ich?

1 Responses to “Selbstführung 3/3 Perspektivwechsel praktisch – Handeln mit Wirkung”


  • Ich kann die Erfahrungen nachvollziehen die Du gemacht hast. Uns ging es im Prinzip mehrmals eins zu eins auch so. Wenn man dann ein Mensch ist, der sich grundsätzlich eher zu sehr in Frage stellt, dann ist das gar nicht so einfach, ohne sich selbst fertig zu machen. Mir hat es sehr geholfen, dass Menschen mir reflektiert haben wie ich wirklich bin. Menschen die mich kennen, mir aber nicht kritiklos gegenüber stehen. Menschen, bei denen ich weiß, ich bin ihnen wichtig. Und die genau aus diesem Grund sehr offen und ehrlich zu mir sind. Dieser Umgang mit den negativen Gedanken ist extrem wichtig. Insbesondere die Frage: Wie sieht Gott mich. Uns haben auch immer wieder prophetische Worte aufgebaut, von Menschen, die Null Ahnung von unserer Situation hatten. Oft ist es so, dass Gott uns ermutigt hat. Uns zugesprochen hat, dass uns Unrecht geschehen ist. Das gibt dann neuen Mut und neue Hoffnung weiter zu gehen und seiner Berufung treu zu bleiben. Extrem wichtig bei uns auch: Die Beziehung zu meiner Frau. Ohne diese starke Beziehung würde ich heute nicht mehr Gemeinde leiten. In Sachen “tu Dir was Gutes” bin ich noch sehr am Lernen, kann das aber schon viel besser. Wie heißt es so schön: “Das Beste kommt noch!”. Für die Vineyard Filstal und die Vineyard in Schwäbisch Hall. Und für Marcus Hausner und Martin Buchwitz :-)).

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